Getrennte Abwassergebühr

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,

 

für die Einleitung von Abwasser in die vorgehaltene Abwasseranlage (Kanalisation und Klärwerk) wurde bis Ende 2017 eine Gebühr erhoben, die an die bezogene Frischwassermenge gekoppelt ist. In dieser Gebühr sind sowohl die Kosten für die Sammlung, Beseitigung und Behandlung von Schmutz- als auch von Niederschlagswasser enthalten. Eine separate Abrechnung des tatsächlich eingeleiteten Niederschlagswassers in die Kanalisation erfolgte bis dorthin nicht.

Ziel der neuen Gebührenordnung ab 01.01.2018 ist eine gerechtere Verteilung der Kosten für die Abwasserbeseitigung entsprechend der tatsächlichen Inanspruchnahme. Die Abwassergebühr wird in Schmutzwasser- und Niederschlagswassergebühr aufgeteilt.

Aufgrund des Urteils des VGH Bayern vom 10.03.2010 müssen in Bayern alle Kommunen die Struktur der Abwassergebühren neu ordnen. Deshalb ist es auch in Cadolzburg erforderlich, die Gebühren für Schmutz- und Niederschlagswasser künftig zu trennen, um damit die Abwassergebühr gerechter aufzuteilen. Zur Unterstützung bei der Projektumsetzung wurde die WTE Betriebsgesellschaft mbH aus Hecklingen beauftragt.

Wer auf seinem Grundstück nur wenige einleitende Flächen hat oder mit entsprechenden Materialien wie Fugenpflaster- und Gründachflächen dazu beiträgt, die öffentliche Abwasserbeseitigungseinrichtung etwas geringer zu belasten, wird mit der getrennten Abwassergebühr entsprechend begünstigt.

 

Der zunehmende Landschaftsverbrauch und die Versiegelung von Flächen ist eines der zentralen ökologischen Probleme der Gegenwart. Gleichzeitig hat die Versiegelung von Flächen auch direkte ökonomische Folgen, weil die Beseitigung des Niederschlagswassers zunehmend Kosten im Abwassernetz verursacht. Dabei gibt es etliche Möglichkeiten, um mit Regenwasser Sinnvolleres zu machen, als es direkt in die Kanalisation zu leiten. Wege, Stellplätze und Garageneinfahrten können als entsiegelte Flächen gebaut bzw. umgebaut werden, damit sie Regenwasser in tiefer liegende Schichten weiterleiten. Vor dem Bau einer Versickerungsanlage bzw. dem Rückbau von versiegelten Flächen sollte der anstehende Boden auf seine Versickerungsfähigkeit untersucht werden. Darüber hinaus ist es aber auch notwendig, mögliche Risiken für Nachbargrundstücke auszuschließen.

Durch die vollständige Abkopplung des Regenwassers wird die bestehende Kanalisation entlastet. Zudem wird die hydraulische Belastung der Kläranlage verringert und somit deren Reinigungsergebnis verbessert.
Infolge der in den letzten Jahren immer häufiger auftretenden Starkregenereignisse hilft eine Entsiegelung auch bei der Bekämpfung von Hochwassern.